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Typologien & Enneagramm

 
Typologien im Businesskontext

Bei allen  nicht nur denen aus dem therapeutischen Umfeld ist zu bedenken, ob Menschen sich tatsächlich konsistent in allen möglichen Kontexten verhalten. Psychologische Studien ergeben hier kein eindeutiges Bild. 1928 fand Hartshorne und May in ihrer Studie über die Natur des Charakters (Untersuchungsbasis: 10000 Schulkinder) schon heraus, daß moralische Faktoren eher situationsspezifisch anzusetzen und damit sehr schwer zu prognostizieren sind. Wer bei den Hausarbeiten schummelt, muß dies z.B. nicht auch im Klassenzimmer beim Testing tun. Um den praktischen Bedürfnissen normaler, d.h. im wesentlichen nicht gestörter Typen und vor allem auch Anforderungen aus der Wirtschaft (Personalentwicklung, /-einstellung, Coaching ) besser gerecht zu werden, wurden neue Modelle erarbeitet bzw. ältere Modelle weiterentwickelt. Einige Modelle basieren auf den Erkenntnissen des Schweizer Psychiaters Carl Gustav Jung.

 

M.B.T.I.

Eine vor allem im angloamerikanischen Raum stark verbreitete Typologie ist die von Katherine Briggs und ihrer Tochter Isabel Briggs Myers formalisierte Jungsche Typologie. Sie besteht aus vier Skalen, die miteinander kombiniert insgesamt 16 Persönlichkeitstypen ergeben, die mit einem formalen Code bezeichnet werden.

Nehmen wir als Beispiel den TypusE-N-T-P. Der erste Buchstabe steht für die Einstellung introvertiert vs. extravertiert und kann nur die Werte I oder E annehmen; N oder S beschreibt, wie die Sinneseindrücke verarbeitet werden: sensorisch oder intuitiv. Thinking oder Feeling wiederum steht dafür, wie Entscheidungen getroffen werden. Judging (beurteilend) oder mehr wahrnehmend [Perceiving] kennzeichnet unsere Haltung gegenüber unserer Außenwelt. Beim Typus E-N-T-P handelt es sich beispielsweise um einen extravertierten Menschen, der intuitiv Sinneseindrücke verarbeitet und mit Wahrnehmungspräferenz gegenüber seiner Außenwelt ausgestattet ist.

 

Insights Discovery

Vereinfachte, wenngleich auch eingängigere Typisierung nach Jung. Unterschieden werden acht Typen:

  • Direktor (dominant, entschlossen, zielbewußt)
     
  • Motivator (teamorientiert, zwischenmenschl.)
     
  • Inspirator (gesellig, engagiert)
     
  • Berater (warmherzig, empathisch)
     
  • Unterstützer (beständig, kontrolliert)
     
  • Koordinator (objektiv, vermittelnd)
     
  • Beobachter (vorsichtig, diszipliniert)
     
  • Reformer (perfektionistisch, engagiert)

 

 
Das Enneagramm

Die Bandbreite des Enneagramms ist um ein Vielfaches höher als die der anderen Typologien. Das Enneagramm wird in der christlichen Meditationspraxis genutzt, dient esoterischen Wahrheitssuchern als Sehhilfe;  Psychotherapeuten nutzen es als eine Art Barometer für psychische Störungen; Businessleute verwenden es, um mehr Effizienz am Arbeitsplatz und in der Kommunikation zu erreichen. In unserem Kontext konzentrieren wir uns auf das Enneagramm als universelles Persönlichkeitsmodell , um sich und seine Interaktionsmuster besser zu verstehen und wünschenswert erscheinende Veränderungen leichter vornehmen zu können.

Der NGRAMM-Profiler ist eine Adaption des Enneagramms; es ist angepaßt für's Business und deckt dort zwei Anwendungsgebiete ab:

  • Marketing & Vertrieb
  • Führung & Kommunikation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Typen des Enneagramms:
  • Typ 1 - der Perfektionist
    Er will die Welt verbessern und hegt allerbeste Absichten für seine Umwelt; er verfügt über hoch entwickelte moralische und intellektuelle Maßstäbe; sein verstecktes (unbewußtes) Motiv ist allerdings der nicht ausagierte Zorn auf eine als unvollkommen erlebte Welt. Sobald ihn der Zorn treibt, die Welt (Familie, Kundenbeziehung etc.) perfekt machen zu müssen, droht die Tugendhaftigkeit schnell in Rechthaberei und Besserwisserei umzuschlagen.
     
  • Typ 2 - der Helfer
    Von Außen werden Zweier als großzügig und unterstützend erlebt, ein Bild, das Zweien auch gern von sich selbst vermitteln. Sie wollen Wertschätzung und Anerkennung für das, was sie für andere tun. Ihr Grundproblem besteht darin, daß sie diesen Mechanismus aber verleugnen, weil es ihren Stolz, großzügig Gebende zu sein, verletzen würde.
     
  • Typ 3 - der Macher
    Der Macher möchte, da er keine sonstigen Referenzerfahrungen besitzt, aufgrund seiner Leistungen und äußerer Erfolge geschätzt werden; sein idealisiertes Selbstbild hängt in entscheidenden Maße davon ab, inwieweit ihm gelingt, es glaubwürdig nach außen zu projizieren bzw. es anderen zu verkaufen.
     
  • Typ 4 - der Künstler bzw. Ästhet
    Der Künstlertyp bzw. der tragische Romantiker (Helen Palmer) wird magisch angezogen von dem, was er nicht haben kann. Aber hätte er es, dann wäre es ein Allerweltsding und nicht mehr erstrebenswert. Dieser Sehnsucht nach dem ewig Unerreichbaren wird oft ästhetisch stilisiert. Typ 4 macht deutlich, daß er anders ist als alle anderen, tiefer empfindet und von daher etwas ganz besonderes ist.
     
  • Typ 5 - der Denker
    Typ Drei ist analytisch, seine Aufmerksamkeit geht nach innen im selben Maß wie er sich nach außen abkapselt. Er hat das Bestreben, für ihn Wichtiges und Wertvolles festzuhalten, seien es Informationen oder materielle Güter, weil nur das ihm innere Unabhängigkeit verleiht. Seine zu Tage tretende Scharfsicht, seine Intellektualität erlaubt ihm, Distanz zu wahren und nicht in unüberschaubare „Händel“ verstrickt zu werden.
     
  • Typ 6 - der Loyale bzw. Pflichtmensch
    Der Loyale demonstriert Pflichtbewußtsein und fordert von sich und anderen, sich an Regeln und Standards zu halten. Der Pflichtmensch fürchtet nichts so sehr wie Fehler zu machen. Dahinter steht die fundamentale Unsicherheit, sich je für die richtige Seite entscheiden zu können. Er braucht also mehr intellektuelle Optionen für seine Orientierung. Denken ersetzt Handeln. Autoritäten sind zwiespältig besetzt: auf der einen Seite ängstigen sie ihn, auf der anderen Seite geben sie Sicherheit.
     
  • Typ 7 - der Optimist bzw. der Vielseitige
    Der James-Bond-Titel „Die Welt ist nicht genug“ bringt es auf den Punkt: Optimisten fliehen einem unbefriedigenden Hier und stürzen sich einem vielversprechenden Dort entgegen. „Easy living“ ist ihre Lebensmaxime. Alles, was sie ablenkt, sie auf neue Gedanken bringt und hilft, ihrer inneren Leere zu entfliehen, ist erstrebenswert.
  • Typ 8 - der Führer oder Boß
    Die Starken und Vitalen überleben; der Führer (Boß) will dazu gehören. Kampf, Auseinandersetzung und Expansion sind sein Lebenselixier. Nur das, was beherrscht wird, stellt keine Bedrohung mehr dar. Autoritäten und konventionelle (starre) Lebensweisen werden bekämpft Paradoxerweise führt sein nicht durch moralische Überlegungen gebremster Hang zu Exzessen zu Kontroll- und Machtverlust.
  • Typ 9 - der Vermittler  
    Dem Vermittler ist an harmonischen Außenbeziehungen interessiert - fast um jeden Preis. Veränderungen muten ihn suspekt an; seine eigenen Ziele verliert er gern aus den Augen gerade dann, wenn sich die Gelegenheit bietet, die Wünsche anderer zu erfüllen. So resultiert sein scheinbar ausgeglichener (und ausgleichender) Charakter auf der Unfähigkeit, eigene Wünsche zu spüren und zu artikulieren.
 

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